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May
24th
Tue
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Heldentaten

Von Ärzten werden täglich Heldentaten vollbracht. Das scheint unabänderliches Fakt zu sein, man weiß es aus Film und Fernsehen und aus hochseriösen, gut recherchierten, auf chlorfrei gebleichtem Recyclingpapier gedruckten Heften aus dem Bastei-Verlag.

Auch einige meiner mit Y-Chromosom gesegneten Kollegen scheinen da ganz ähnlicher Meinung zu sein. Das sind die Kollegen, die im ersten Berufsjahr stolz berichten, wie sie quasi im Alleingang Lebertransplantationen betreut, souverän täglich große Bauchoperationen mit mehreren Litern Blutverlust gemeistert und beim Gang nach Hause noch kurz bei zwei Reanimationen Patienten heldenhaft das Leben gerettet haben.

Würde man genauer recherchieren, käme vermutlich heraus, dass eben diese Kollegen bei einer Lebertransplantation die Blutprodukte dokumentieren, unter Aufsicht einen großen Eingriff betreuen und bei einer Reanimation ein wenig drücken durften. Zumindest hoffe ich das, denn wenn andere Kollegen solche Überflieger sind, bin ich ja eine Vollniete, ein Blindgänger, keiner, dem die Oberärzte im mittlerweile zweiten Dienstjahr schon die großen OPs mit den Worten “Du machst das schon, ich geh´ mal in die Kantine.” überlassen.

Vielleicht ist´s aber auch eine Frage der Auslegung, was nun Heldentaten sind, oder wie heldenhaft das eigene Handeln ist. Im letzten Dienst musste ich, obgleich für so eine Aufgabe eigentlich unterqualifiziert, plötzlich einen “intubierten, beatmeten aber wunderbar kreislaufstabilen Patienten” (Anmeldung durch die Internisten), der sich dann aber doch eher als septisch-instabil herausstellte, ins Nachbarkrankenhaus verlegen. Ich hab´ mit Katecholaminen jongliert, immer wieder mit Blutdruckeinbrüchen gekämpft, geschwitzt, geflucht und mich, nachdem der Patient dann endlich auf der Intensivstation des Hauses angekommen war, leider überhaupt nicht wie ein Held, sondern mies gefühlt, war und bin der Meinung ich hätte da vieles besser machen können und souveräner sein müssen. Und nun? Bin ich, im Gegensatz zu obigen Kollegen, nicht zum Helden geboren? Einfach nicht geeignet? Sollte ich besser Pathologe werden?

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Oct
23rd
Sat
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Notfallindikation reloaded

Dienstbeginn, durch die Kollegen der Unfallchirurgie angekündigt wird ein Patient, welcher sich den Arm gebrochen hat und als Notfall operiert werden soll.

“Guten Abend, meine Name ist moechtgernlebensretter und ich bin Narkosearzt. Wie ist das mit Ihrem Arm denn passiert?”

“Ach, dass war ganz ärgerlich. Ich bin mit meinem Motorrad an der gestürzt, also im Stehen. Habe irgendwie den Fuß nicht ganz auf den Boden bekommen und schon war´s passiert.”

“Aha, klingt wirklich ärgerlich. Wann war denn das? Heute morgen?”

“Nee, es war letzte Woche. Ich liege jetzt hier schon seit vier Tagen im Krankenhaus und warte auf die Operation.”

”??? (WTF?)”

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Oct
15th
Fri
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Was Patienten so in Fragebögen notieren

“Fragen zur Person:

Gewicht: 58kg

Größe: 36-38 / S”

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Oct
10th
Sun
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Notfallindikation

Anruf eines chirurgischen Kollegen:

“Hallo? Wir hätten einen dringenden Notfall, Ihr müsst Narkose machen, innerhalb der nächsten halben Stunde muss Schnitt sein!”

“Entschuldigung, wir versorgen gerade einen Patienten notfallmäßig im Schockraum, deshalb wird´s in der nächsten halben Stunde leider nix. Ich denke aber mal, dass wir hier in etwa einer halben Stunde fertig sind, dann könnten wir uns direkt um Euren Patienten kümmern und Schnitt wäre dann eben in einer guten Stunde.”

“In einer guten Stunde? Nee, dass klappt nicht, da hat unser Chef noch einen Termin. Dann machen wir´s eben heute abend. Ginge so gegen 20 Uhr?”

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